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Pressemitteilung

Dienstag, 26. Mai 2020

Regelmäßige Corona-Reihentests sind ein wichtiger Baustein im Infektionsschutz in sozialen Einrichtungen. Der Paritätische Hessen fordert, sie deutlich zu verstärken.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen begrüßt, dass der Bundesgesundheitsminister mehr Corona-Tests für Pflegeeinrichtungen angekündigt hat. Der geplante Umfang ist jedoch bei weitem nicht ausreichend. Jens Spahns Vorschlag sieht Kontrollen nur bei Menschen vor, die aufgenommen oder verlegt werden, außerdem im Infektionsfall bei allen Bewohner*innen und Beschäftigten. Dagegen hält der Paritätische Hessen es für sinnvoll und erforderlich, alle Mitarbeitenden in der stationären und ambulanten Altenpflege mindestens einmal wöchentlich zu testen, ebenso häufig alle Bewohner*innen, die stationäre Einrichtungen selbstständig verlassen und wieder betreten können. Das gleiche gilt für die Eingliederungshilfe, wo Menschen mit Behinderung betreut werden, die ebenso wie Senior*innen oft ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

 

„Regelmäßige Corona-Tests sind ein wesentlicher Baustein im Infektionsschutz, zusätzlich zu den vorhandenen Hygienekonzepten der Einrichtungen“, sagt Walter Berle, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Paritätischen Hessen und Sprecher der Fachgruppe stationäre Altenhilfe: „Ohne ständige Überprüfung auf das Virus ist die Gefahr eines Ausbruchs und einer Ausbreitung der Krankheit zu groß. Gerade wenn sich Einrichtungen nun wieder verstärkt für Besuche und nach außen öffnen, was für die Bewohner*innen sehr wichtig ist, die Ansteckungsgefahr aber wieder steigen lässt, muss viel intensiver getestet werden als bisher, mindesten einmal wöchentlich, eher öfter.“

 

Der Paritätische Hessen fordert, die inzwischen vorhandenen Testkapazitäten vollständig auszuschöpfen und sozialen Einrichtungen die Möglichkeit zu geben, umfangreiche Reihentestungen einzuführen. Der Verband kritisiert, dass derzeit oft nur die Hälfte der täglichen Testkapazitäten genutzt wird.

„Einrichtungen sollten Tests nach eigenem Ermessen anbieten und durchführen können. Für Beschäftigte und Bewohner*innen wären sie natürlich freiwillig“, erklärt Marion Hersina, Referentin für Altenhilfe und Gesundheitswesen beim Paritätischen Hessen: „Die Erfahrung zeigt, dass die Bereitschaft, sich testen zu lassen, sehr hoch ist. Mitarbeitende haben große Angst, den Virus in die Einrichtung zu tragen und wünschen sich daher zusätzliche Sicherheit, wie Reihentests sie bieten.“

 

Um die Pandemie weiter einzudämmen, wären mehr Testungen nicht nur in der Alten- und Eingliederungshilfe, sondern auch in vielen anderen Bereichen der Sozialen Arbeit nötig und hilfreich, etwa in der Kinder- und Jugendhilfe, der Sucht- und Wohnungslosenhilfe, in Einrichtungen für Geflüchtete und in anderen Sammelunterkünften. Die Finanzierung für die Corona-Tests in sozialen Einrichtungen sollten Bund, Ländern oder Krankenkassen übernehmen, da gemeinnützigen Träger die Kosten dafür nicht aufbringen können.

Pressemitteilung (PDF)