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Nachbesserungen sind dringend erforderlich

Mittwoch, 11. April 2018

Nach drei Jahren InteA-Programm ziehen der PARITÄTISCHE Hessen und das Netzwerks BLEIB in Hessen II ein kritische Zwischenbilanz.

 

 

Um geflüchtete Jugendliche in Schule und Arbeitsmarkt zu integrieren, hat die hessische Landesregierung zum Schuljahr 2015/2016 an Berufsschulen das Programm InteA gestartet. Nach knapp zwei Jahren zieht der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hessen jetzt in einer Presseerklärung eine Zwischenbilanz. "Das Programm ist sehr lobenswert, aber um tatsächlich der Mehrheit der Jugendlichen den Weg in einen qualifizierten Beruf zu eröffnen, sind deutliche Nachbesserungen erforderlich", sagt Dr. Yasmin Alinaghi, Landesgeschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Hessen.

Denn das erklärte Ziel, ausreichende Deutschkenntnisse und einen Schulabschluss zu erlangen, haben die meisten Schüler*innen nicht erreicht, wie die Statistik zeigt: Von den etwa 2.200 Jugendliche, die bisher die InteA-Klassen verlassen haben, haben 22 einen Realschulabschluss geschafft und 442 einen Hauptschulabschluss. 1.185 haben Sprachkenntnissen auf dem Niveau A2/B1 nachgewiesen, die Mindestvoraussetzung für den Beginn einer Berufsausbildung sind. Zum Schuljahresende in diesem Sommer werden rund weitere 5.500 junge Menschen die InteA-Klassen verlassen. "Um ihnen berufliche Perspektiven zu eröffnen, braucht es dringend noch mehr Anschlussprogramme und Alternativen", sagt Annette Wippermann, Referentin für Arbeit, Qualifizierung und Beschäftigung beim PARITÄTISCHEN Hessen. "Den Fokus jetzt auf eine schnelle Vermittlung in unqualifizierte Jobs zu setzen, würde zu kurz greifen - weder für die jungen Menschen ist das nachhaltig, noch mit Blick auf den wachsenden Fachkräftemangel."

Ähnlich fiel kürzlich das Fazit bei einer Fachtagung des Netzwerks BLEIB in Hessen II aus, das Geflüchtete in sieben hessischen Landkreisen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt berät. Das überregionale Beratungsnetzwerk wird vom Mittelhessischen Bildungsverband e. V. koordiniert und gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds.

Zur vollständigen Pressemitteilung (PDF)