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Bündnis Frankfurt für Frauenrechte

Dienstag, 06. März 2018

Aufruf zum Widerstand gegen Mahnwachen bei pro familia. Auftaktveranstaltung am Samstag, 10. März von 12 bis 14 Uhr.

Der PARITÄTISCHE Hessen unterstützt das Bündnis Frankfurt für Frauenrechte, das einen Aufruf zum Widerstand gegen die Mahnwachen bei pro familia gestartet hat und ab dem 10. März 2018 Aktionen plant. 

Bündnis Frankfurt für Frauenrechte – Aufruf zum Widerstand gegen Mahnwachen bei pro familia
Das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung und auf eine ergebnisoffene, wohlwollende, kostenlose und anonyme Schwangerschaftskonfliktberatung für Frauen in Frankfurt muss uneingeschränkt sichergestellt sein.

Seit Aschermittwoch demonstrieren fundamentalistische Christ*innen, sogenannte Lebensschützerinnen der "Aktion SOS Leben", unmittelbar vor der Beratungsstelle von pro familia in Frankfurt mit "Mahnwachen" gegen das Recht von Frauen auf reproduktive Selbstbestimmung. Erklärtes Ziel der Demonstrierenden ist es, Abtreibungen in Frankfurt und in Deutschland insgesamt zu verhindern und die Mitarbeiter*innen der Beratungsstellen zu "bekehren".
Doch nicht der Schutz des ungeborenen Lebens oder gar der schwangeren Frauen ist das Ziel der "Aktion SOS Leben". Vielmehr werden ratsuchende Frauen mit Parolen, großen Fotos von Embryonen, mit lauten Gebeten und Gesängen und sogar mit aufgestellten kleinen Kindersarg-Attrappen drangsaliert, traumatisiert, gedemütigt und durch Spießrutenlaufen bestraft.
Die "Aktion SOS Leben" gehört zur Deutschen Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK e.V.), einer privaten Initiative katholischer Laien, bekannt auch durch das Aktionsbündnis "Demo für alle", das gegen Abtreibungen, gegen fortschrittliche Sexualkundelehrpläne, gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, gegen das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Ehepartner*innen und gegen "Gender-Ideologie" angeht und Errungenschaften der Gleichstellung und Emanzipation grundsätzlich in Frage stellt.
Die Bestimmungen zum Schwangerschaftsabbruch in Deutschland sind Ergebnis einer heftigen gesellschaftlichen Auseinandersetzung, die mit der jetzigen Regelung befriedet werden konnte. Unabhängig davon, wie man dieses Ergebnis bewertet, handelt es sich dabei - einschließlich der Pflicht und des Rechts auf Schwangerschaftskonfliktberatung - um geltendes Recht. Und die Beratungsstellen sind im staatlichen Auftrag tätig.

Frankfurt ist stark für Frauenrechte.
Im 50. Jahr der 2. Frauenbewegung, die in Frankfurt ihre Wurzeln hat, wollen wir dem Treiben dieser rechtspopulistischen Gruppen nicht länger zusehen.

  • Wir solidarisieren uns mit den ratsuchenden Frauen und den Mitarbeiter*innen der Beratungsstellen.
  • Das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit ist ein besonders wertvolles Gut unseres
  • demokratischen Rechtsstaates. Das individuelle Recht der Frauen auf reproduktive Selbstbestimmung und Beratung ohne Drangsalierung jedoch ebenso.
  • Wir erwarten, dass das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt diese Rechtsgüter erneut abwägt und die Mahnwachen auf Plätze verweist, von denen aus es zu keinerlei Beeinträchtigungen des anonymen Zugangs zu Beratungseinrichtungen mehr kommen kann. Das Beratungsgesetz sieht ausdrücklich vor, dass es bei der Beratung keinerlei Beeinflussung von außen geben darf.
  • Wir unterstützen pro familia dabei, mit rechtlichen Schritten gegen die Mahnwachen vorzugehen.
  • Machen Sie mit! Wir freuen uns über weitere Unterstützer*innen, die sich unserem breiten gesellschaftlichen Bündnis "Frankfurt für Frauenrechte" anschließen. Wir wollen mit zahlreichen Aktionen klar machen: rechtpopulistische und frauenverachtende Gruppierungen haben in Frankfurt nichts zu suchen.

AKTIONEN gegen Mahnwachen bei pro familia
Wir wollen über den gesamten Zeitraum der „Mahnwachen“ bis Ostern mit kreativen und starken Aktionen vor der Beratungsstelle von pro familia in der Palmengartenstraße 14 präsent sein, Solidarität mit den ratsuchenden Frauen und den Mitarbeiter*innen der Einrichtungen zeigen.

An jedem einzelnen Tag wollen wir zeigen: ob Ärzt*innen, Gewerkschafter*innen, Studierende, Lehrer*innen, Sportler*innen, Christi*nnen, LGBTIQ*, Politiker*innen, Berater*innen, Jurist*innen, Mütter ..... FRANKFURT steht in einem breiten gesellschaftlichen Konsens für Frauenrechte und Selbstbestimmung.
Das ist geplant:
Start und Warm Up ist am 8. März 2018 um 15 Uhr mit einer kreativen Aktion der Grünen Jugend Hessen.

AUFTAKTVERANSTALTUNG ist am Samstag, dem 10. März von 12 bis 14 Uhr

Für die Zeit vom 12. bis 28. 3. 2018 planen wir TÄGLICH, außer sonntags, jeweils von 12-13 Uhr Aktionen und Kundgebungen, die von einzelnen Gruppen (s.o.) getragen werden.

Der Kampagnenplan, was für welchen Tag vorgesehen ist, wird in Kürze auf der Website des Bündnisses veröffentlicht
Am 29. März 2018, GRÜNDONNERSTAG, von 12 bis 15 Uhr wird es eine große (vorläufige) ABSCHLUSSVERANSTALTUNG geben.
Alle Veranstaltungen finden auf dem Platz vor der pro familia Beratungsstelle, in der Palmengartenstraße 14 statt.

Nutzen Sie die Website des Bündnisses für weitere Informationen www.frauenrechteffm.de
Werden Sie Unterstützer*in.