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OECD fordert sozialeres Steuersystem

In ihrem Wirtschaftsbereicht problematisiert die Organisation auch den wachsenden Niedriglohnsektor und mangelnde Chancengleichheit in Deutschland.

Der aktuelle wirtschaftliche Erfolg Deutschlands bietet gute Voraussetzungen dafür, das Land so zu gestalten, dass sein ökonomisches Wachstum auch in den kommenden Jahren gesichert bleibt und alle Menschen davon profitieren. Nach Aussage des „Wirtschaftsberichts Deutschland 2014“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wäre es dazu nötig, das Steuersystem sozial gerechter und umweltfreundlicher zu gestalten, den Finanzsektor so zu stärken, dass er künftige Risiken besser abfangen kann, den Beitrag des Dienstleistungssektors zur Wertschöpfung zu erhöhen sowie die Chancengleichheit in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
„Unsere Erfahrung zeigt, dass Reformen in Krisenzeiten häufig leichter anzustoßen sind – weil Regierungen gar keine andere Chance haben als zu handeln“, sagte der Generalsekretär der OECD Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts in Berlin. „Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, muss der Reformprozess aber gerade auch in guten Zeiten weitergehen. Für Deutschland heißt das: Das Land muss JETZT handeln.“


Laut Bericht verzeichnet Deutschland heute dank der Reformen des vergangenen Jahrzehnts sowohl historisch als auch international eine der niedrigsten Arbeitslosenraten. Problematisch seien jedoch der stark angewachsene Niedriglohnsektor und der hohe Anteil von Menschen in befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Auch habe sich die stark gesunkene Arbeitslosigkeit nicht positiv auf das Armutsrisiko im Lande ausgewirkt. Insgesamt habe die Aufwärtsmobilität von Geringverdienern sogar abgenommen.

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