„Besonders dramatisch ist die Situation für junge Menschen ohne Wohnung. Notunterkünfte sind kein guter Ort zum Aufwachsen für Kinder und Jugendliche, selbst wenn der Aufenthalt nur temporär ist“, betont Lars Lauer, Referent für soziale Notlagen beim Paritätischen Hessen. 7.180 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und 3.150 Menschen zwischen 18 und 25 Jahren waren zum Stichtag 31.01.2026 in Notunterkünften untergebracht. Insgesamt verharrt die Wohnungslosigkeit in Hessen auf einem hohen Niveau, im Vergleich zum Vorjahr ist sie nur leicht gesunken, von 29.035 auf 26.455 Betroffene. Die tatsächliche Zahl ist wesentlich höher, denn wer auf der Straße lebt, oder vorübergehend bei Bekannten untergekommen ist, wird in dieser Statistik nicht erfasst
„Deutlich mehr bezahlbarer Wohnraum ist nötig, um die Wohnungslosigkeit zu bekämpfen. Wir appellieren an das Land Hessen, mehr in Sozialwohnungen zu investieren. Denn die Mieten steigen weiter und die beim Wohngeld geplanten Kürzungen drohen die Situation zu verschärfen“, so Lars Lauer. „Um flächendeckend eine menschenwürdige Unterbringung für Wohnungslose zu garantieren, fordern wir außerdem hessenweit verbindliche Standards für Notunterkünfte. Diese sind aktuell in den Kommunen sehr unterschiedlich ausgestattet.“
Ausdrücklich begrüßt der Paritätische Hessen, dass die Landesregierung zur Bekämpfung und Prävention von Wohnungs- und Obdachlosigkeit 15 Modellprojekte fördert. Sie dienen dazu Wohnungsverluste zu verhindern, den Zugang zu dauerhaftem Wohnraum zu verbessern, Menschen beim Übergang aus stationären Einrichtungen in eigenen Wohnraum zu unterstützen und Angebote für besonders schutzbedürftige Menschen zu schaffen. „Dieser Ansatz ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, und wir hoffen, dass es künftig auch gelingt, bewährte Ansätze zu verstetigen und auszubauen“, so Lars Lauer.
Ansprechperson für die Presse:
Lars Lauer
Referent für soziale Notlagen
Tel.: 069 955262 -30
Mail: lars.lauer(at)paritaet-hessen.org