Weitreichende Kürzungen im sozialen Bereich drohen das Ehrenamt zu überfordern. Darauf weist der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen anlässlich der Woche des bürgerschaftlichen Engagements vom 11. bis 20. September 2026 hin. Derzeit werden auf Bundesebene in vielen Bereichen Pläne zum Abbau von Unterstützungsleistungen diskutiert: Von der Pflege über die Kinder- und Jugendhilfe bis zur Assistenz für Menschen mit Behinderungen. Sollten sie umgesetzt werden, würden darunter nicht nur Betroffene und ihre Familien leiden, sondern auch von Freiwilligen getragene Projekte.
„Wenn professionelle Leistungen gestrichen werden, weichen Menschen verstärkt auf ehrenamtliche Angebote aus. Diese Strukturen könnten das aber nicht auffangen“, so Nina Hollatz, Referentin für Selbsthilfe und Bürgerschaftliches Engagement beim Paritätischen Hessen. „Die Folge ist Überforderung und Frustration, die dazu führen können, dass Ehrenamtliche ihr Engagement aufgeben.“ Ehrenamt funktioniert nur als Ergänzung und zusätzlich zu einer hauptamtlich getragenen sozialen Infrastruktur und kann diese nicht ersetzen. Zudem braucht das Ehrenamt immer eine hauptamtliche Koordination, die schon jetzt oft nicht ausreicht.
Das Ehrenamt ist in krisenhaften Zeiten ein Motor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und trägt zu Integration bei. Menschen können sich jedoch nur auf freiwilliger Basis für andere und das Miteinander einsetzen, wenn sie genügend Zeit dafür haben. „Wird der Renteneintritt nach hinten verschoben, würde das ehrenamtliche Strukturen schwächen. Denn viele Menschen steigen erst nach dem Ende ihres Berufslebens ins Ehrenamt ein und haben bei späterem Renteneintritt dafür weniger Jahre zur Verfügung “, so Hollatz weiter.
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