Digitale Inforeihe Gewalt und Prävention
Wie allgegenwärtig Gewalt in ihren verschiedenen Formen in Deutschland ist, welche Entwicklungen zu beobachten sind und wie Prävention aussehen kann, das zeigen aktuelle Studien auf. Diese Vortragsreihe möchte den Einblick in fünf ausgewählte Studien zum Thema vertiefen und Raum für Gespräche über den Umgang mit den Ergebnissen schaffen. Jede Veranstaltung startet mit einem Fachinput, anschließend gibt es ausreichend Zeit für Austausch und Fragen an die Expert*innen.
Themen und Termine:
LeSuBiA – Ergebnisse der geschlechterübergreifenden Dunkelfeldbefragung zu Gewalterfahrungen in Deutschland
Dr. Ina Bieber, 24. September 2026, 13.00 – 14.30 Uhr
Die geschlechterübergreifende Dunkelfeldbefragung LeSuBiA („Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“) wurde vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), vom Bundesministerium des Innern (BMI) und dem Bundeskriminalamt (BKA) durchgeführt.
Die Studie liefert aktuelle Daten zu verschiedenen Gewalterfahrungen in Deutschland mit den Schwerpunkten Partnerschaftsgewalt, sexualisierte und digitale Gewalt. In dem Vortrag werden erste Ergebnisse vorgestellt.
Anmeldung unter diesem Link.
Erste Nationale Dunkelfeldstudie zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Deutschland – Vorstellung zentraler Ergebnisse
Prof. Dr. Harald Dreßing, 13. Oktober 2026, 10.00 – 11.30 Uhr
Sexualisierte Gewalt zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen ist ein weltweit verbreitetes Phänomen. Die bisherigen Kenntnisse über das Dunkelfeld und die situativen Tatkontexte sind nicht nur in Deutschland unzureichend.
Vorgestellt werden Ergebnisse der ersten nationalen repräsentativen Dunkelfeldstudie zu diesem Thema. Die Studie wurde federführend vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim in Zusammenarbeit mit infratest-dimap durchgeführt. Die in dieser Studie ermittelte Gesamtzahl der von sexualisierter Gewalt Betroffenen lag bei 12,7 %. Die Betroffenenrate betrug bei Frauen 20,6 % und lag bei Männern bei 4,8 %.
Anmeldung unter diesem Link.
Prävention von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt: Ergebnisse einer Bedarfsanalyse zum Stand der Umsetzung und mögliche Ansatzpunkte
Dr. Christoph Liel, 10. November 2026, 09.00 – 10.30 Uhr
Der Vortrag stellt ausgewählte Ergebnisse einer Bedarfsanalyse der Prävention von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt in der Kinder- und Jugendhilfe, dem Sozial- und Gesundheitswesen sowie bei der Polizei und Justiz vor und diskutiert davon abgeleitete Handlungsempfehlungen für Politik und Fachpraxis.
Anmeldung unter diesem Link.
Was passiert mit den Tätern? Zugangswege in die Täterarbeit in Recht und Praxis
Anne Daetz, Lilly-Allegra Hickisch, 24. November 2026, 11.00 – 12.30 Uhr
Täterarbeitsprogramme sind ein wichtiges Instrument zur Verhütung geschlechtsspezifischer Gewalt. Der Vortrag thematisiert die Hürden auf rechtlicher und praktischer Ebene, die einem stärkeren Einsatz von Täterarbeitsprogrammen bislang entgegenstehen. Zudem werden Beispiele guter Praxis aus dem Bereich der Täterarbeit vorgestellt.
Darauf aufbauend werden Empfehlungen für eine strukturelle Stärkung von Täterarbeitsprogrammen in Deutschland erläutert.
Anmeldung unter diesem Link.
Wenn Hilfe an Grenzen stößt. Arbeitsbedingungen, verletzendes Verhalten und Schutz in der Sozialen Arbeit
Prof. Dr. Nikolaus Meyer, 8. Dezember 2026, 10.00 – 11.30 Uhr
Der Vortrag zeigt, wie stark die Soziale Arbeit derzeit durch Persona-lmangel, Fluktuation, Überlastung und verdichtete Arbeitsprozesse unter Druck steht. Im Mittelpunkt steht dabei nicht individuelles Fehlverhalten einzelner Fachkräfte, sondern die Frage, wie strukturelle Bedingungen professionelles Handeln, Beziehungsgestaltung, Beteiligung und Schutz von Adressat*innen beeinflussen. Anhand aktueller Befunde aus unterschiedlichen Feldern der Sozialen Arbeit – darunter Kindertagesbetreuung, stationäre Jugendhilfe, offene Kinder- und Jugendarbeit, schulische Arbeitsfelder sowie Angebote für Menschen mit Behinderung – wird deutlich, dass verletzendes Verhalten und Gewalt nicht losgelöst von Arbeitsbedingungen, Teamkultur, Leitungs-handeln und unklaren Schutzkonzepten betrachtet werden können. Der Vortrag fragt danach, was Einrichtungen, Träger und Fachpolitik tun müssen, damit Schutz, Beteiligung und professionelle Standards auch unter schwierigen Bedingungen gesichert werden können.
Anmeldung unter diesem Link.