Die Geschichte des PARITÄTISCHEN Hessen ist in den Zeitzeichen des Paritätischen Gesamtverbandes
festgehalten
Der Deutsche PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband - Landesverband Hessen e.V. formuliert in seinem Leitbild die gesellschaftlichen Werte, denen er sich verpflichtet sieht.
Das Leitbild ist Standortbestimmung und dient der Orientierung:
Die Rahmenbedingungen sozialer Arbeit finden sich in einem stetigen Prozess von Umbrüchen und Neuorientierungen.
Die Kooperation mit gesellschaftlichen Akteuren (z. B. Politik, Kirche und Wirtschaft) ist grundsätzlich neben einer konstruktiven Grundhaltung auch von Konflikten und Auseinandersetzungen geprägt. Wir wollen auf Entwicklungen nicht nur reagieren, sondern den Wandel unsererseits aktiv mitgestalten.
Unsere große Vielfältigkeit - die von Krankenhausgesellschaften über kommunalnahe Beschäftigungsorganisationen,Träger der Behinderten- und Jugendhilfe bis hin zu Selbsthilfegruppen und Krabbelstuben reicht - garantiert einen breiten Erfahrungshorizont.
Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband ist für und mit seinen Mitgliedsorganisationen ein offener, kompetenter, lebendiger und streitbarer Dachverband, mit innovativen Potentialen und deshalb eine „lernende Organisation“.
Ein Leitbild muss mit Leben gefüllt werden, denn nur so kann es wirken und weiterentwickelt werden.
Tradition und Moderne als Gestaltungsprinzipien für Gegenwart und Zukunft
Tradition ist die Weitergabe von Erfahrungen, Einsichten, Fähigkeiten und Kenntnissen und somit Voraussetzung dafür, dass der Mensch sich Neuem und Bedeutsamen gegenüber aufgeschlossen verhalten kann.
Ursprung unseres Verbandes war die Existenz von Not und der Wille zur Schaffung von Lebensqualität für alle.
Über dieses hinaus sind in der Verbandsgeschichte immer wieder soziale Initiativen mit neuen Ideen und großen Potentialen zu uns gestoßen.
Der PARITÄTISCHE hat sich - vor diesem geschichtlichen Hintergrund - zu dem Spitzenverband für seine Mitgliedsorganisationen entwickelt.
Neben humanistischen, religiösen, demokratischen und sozialistischen Wurzeln ist die Würde des Menschen Grundlage unseres Prinzips von Toleranz - ganz im Sinne eines Zitates aus der Mitgliederversammlung 1998:
Es ist normal, verschieden zu sein.
Ohne soziale Gerechtigkeit keine demokratische Gesellschaft: „Parität" heisst „Kultur der gegenseitigen Verantwortung"
- Unser Grundverständnis -
Unter einer sozialen Gesellschaft verstehen wir ein Gemeinwesen, das gesamtgesellschaftliche Verantwortung übernimmt und sozial gestaltend eingreift. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt.
Wir gestalten eine demokratische, pluralistische und soziale Gesellschaft.
Deshalb streiten wir für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Chancengleichheit.
Die Gesellschaft muss allen Menschen Chancen bieten, soziale Handlungsfähigkeit zu entwickeln: Teilhabe, Mitarbeit und Beteiligung anstatt Ausgrenzung, Ignoranz und Ablehnung.
Wir setzen uns für diejenigen sozialen Gruppen ein, die von gesellschaftlichen Möglichkeiten ausgegrenzt oder von deren Ausgrenzung bedroht sind.
Wir begreifen die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse als Herausforderung, die zukunftsorientiert von uns mitgestaltet werden.
Unsere Position als Dritter Sektor zwischen Markt und Staat gestalten wir offensiv
Die soziale Gesellschaft der Zukunft
Unsere Vision einer solidarischen Gesellschaft weist weit über die in der Sozialgesetzgebung definierten Standards hinaus.
In den Regionen streiten wir für überschaubare soziale Strukturen. Kleine Netze sind wichtig, weil sie für den zwischenmenschlichen Zusammenhalt, Hilfen und Zuwendung von Mensch zu Mensch und für das Beheimatet-Sein des Einzelnen in der Gesellschaft unerlässlich sind.
Die Erfordernisse für Unterstützung und Begleitung bei Behinderung, Krisen und schweren Lebenslagen sind für den Einzelnen sehr unterschiedlich.
Wir wollen, dass die Menschen autonom Handelnde bleiben, die im Rahmen der Möglichkeiten ihre eigenen Belange wahrnehmen.Unsere Stellung als „Dritter Sektor" zwischen Markt und Staat erfordert nicht nur betriebswirtschaftliche Betrachtungsweisen.
Wir kämpfen in einem zusammenwachsenden Europa für eine nachhaltige gemeinsame Sozialgesetzgebung, Steuer-, Kultur- und Umweltpolitik, die den Menschen und nicht das Geld in den Mittelpunkt unseres Wirkens stellt.
Kooperation von Professionalität, Ehrenamtlichkeit, Freiwilligenarbeit und Selbsthilfe sind Voraussetzungen für eine Bürger- und Zivilgesellschaft
Im PARITÄTISCHEN gibt es eine alte und gute Tradition ehrenamtlicher Arbeit: Der Begriff und das Verständnis von „Ehrenamt" ist ständigen Wandlungen unterworfen.
Das Aufeinandertreffen klassischer ehrenamtlicher Arbeitsformen und neuer Ansätze der „Freiwilligenarbeit" und Selbsthilfe entfaltet eine produktive Dynamik, die die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die soziale Lebenssituation der Menschen nicht aufhebt.
Für die Bereitschaft, sich freiwillig zu engagieren, sind nicht nur die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen entscheidend, sondern vielmehr Anerkennung, Unterstützung sowie die Chancen für Sinnstiftung und positive Erfahrungen in der Freiwilligenarbeit.
Das Spannungsverhältnis zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen nutzen wir produktiv. Ehrenamtlichkeit und Professionalität brauchen sich gegenseitig. In den Arbeitsgebieten, in denen die Kooperation zwischen Ehren- und Hauptamt gelingt, erzielen wir die besten Ergebnisse.
Wir bauen im Bereich der Freiwilligenarbeit Gründungsinitiativen für Organisationen und Projekte auch für zukünftige Verbandsmitglieder auf und helfen hier systematisch und offensiv.
PARITÄTISCHES Selbstverständnis umfasst strategisches Denken und Handeln
Als einer der sechs anerkannten Wohlfahrtsverbände in Deutschland verwirklichen wir die Verfassungsverpflichtung zur Durchsetzung sozialstaatlicher Prinzipien. Bei unserer Strategieentwicklung sind wir als größter Verband in Hessen auf Grund der Anzahl der Mitarbeiter/innen und Einrichtungen ein Machtfaktor im sozialen Bereich. Wir sind uns dieser Verantwortung bewusst.
Der Zugang zu wichtigen Entscheidungsgremien und der Einfluss vieler Mitgliedsorganisationen machen unseren Verband zu einem bedeutenden Partner sozialpolitischer Entscheidungsträger.
Wir beschreiten neue Wege, ohne unsere Errungenschaften leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
Als Dachverband bietet der PARITÄTISCHEseinen Mitgliedsorganisationen einen schützenden Rahmen.
Mit der Vielfalt unserer Mitgliedsorganisationen fällt uns die Rolle eines Querdenkers in der Gemeinschaft der Wohlfahrtsverbände zu. Wir scheuen uns nicht vor möglichen Konflikten.Dies erfordert auch neue Partnerschaften z. B. mit Kirchen, Gewerkschaften und dem öffentlich-rechtlichen Sektor.
Das bedeutet weiterhin für uns, dass wir unser Leistungsangebot ständig klienten- und kundenorientiert weiterentwickeln.
Wir handeln innovativ, kreativ und zukunftsorientiert, denn neue soziale Probleme erfordern neue Lösungen. Wir blicken mit Neugier „über den Zaun", begleiten mit kritischem Interesse die Arbeit anderer sozialer und wirtschaftlich orientierter Instanzen und lassen uns auch davon anregen.
Bewährtem vertrauen, Neues wagen
!Bei uns ist der Rand die Mitte !