Unter dem Titel "Wertvolle Bildung - PARITÄTISCHE Werte und die hessische Schuldiskussion" veranstaltet der PARITÄTISCHE seinen diesjährigen Verbandstag. Schwerpunkte des Verbandstages sind die politische Diskussion der hessischen Schulthesen des PARITÄTISCHEN sowie die Uraufführung eines Films über Ziele und Aufgaben des Verbandes unter dem Titel "Der PARITÄTISCHE Hessen: Wir leben Visionen!"
Den Vormittag des Verbandstages leitet der Volkswirt und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Sell ein, mit einem Vortrag zur "Schulpolitik im Minenfeld einer werteorientierten Bildungspolitik? Ambivalenzen aus der bildungswissenschaftlichen Diskussion".
Im Sommer vergangenen Jahres hat sich der PARITÄTISCHE Hessen erstmals mit sieben Thesen in die hessische Bildungspolitik eingemischt. Gut die Hälfte der über 800 PARITÄTISCHEN Mitgliedsorganisationen in Hessen hat als Kinder- und Jugendhilfe-Träger einen engen Bezug zur Schule. "Die Unzufriedenheit und das Kopfschütteln über das, was von den Schulen geboten wird, ist groß - auch wenn wir durchaus das Bemühen vieler Einzelner an den Schulen sehen. Das reicht aber nicht. Schulen sind für viele unserer Fachkräfte eine Black Box, in die Kinder hineingeschickt und viel zu häufig mit großen Defiziten wieder heraus kommen", so Landesgeschäftsführer Günter Woltering.
Der PARITÄTISCHE macht dem Land Hessen mit seinen sieben Thesen für eine Reform des Schulwesens ein Angebot: die Schaffung von "Bürgerschulen" in frei-gemeinnütziger Trägerschaft, neben den staatlichen Schulen und den Privatschulen. Als Träger sollen erfahrene Jugendhilfeträger, Kita-Träger und freie Schulträgervereine diese Bürgerschulen leiten. Bürgerschulen sollen eine individuellere und passgenauere Förderung von Schülerinnen und Schülern gewährleisten können als dies zurzeit in staatlichen Schulen möglich ist. Diese Bürgerschulen sollen für alle Kinder zugänglich sein. Sie sollen kostenfrei sein und es findet keine Auswahl der Kinder durch den Träger statt. Die Bürgerschulen sind in den jeweiligen Stadtteil eingebunden und eng verwoben mit Kinder- und Jugendhilfe, Sportvereinen, Kulturvereinen und lokalen Initiativen. Mit dem Namen Bürgerschule appelliert der PARITÄTISCHE an eine engagierte Zivilgesellschaft, Schule als gesellschaftliches Bildungszentrum zu verstehen, mit dem Ziel der mündigen und engagierten Schülerinnen und Schüler, mit mündigen und engagierten Eltern und Lehrkräften.
"Wir sind davon überzeugt, dass eine Erweiterung der Schultägerschaft um kostenfreie Bürgerschulen bessere Bildungsergebnisse für alle bringen wird. Staatliche Träger werden durch die Konkurrenz frei-gemeinnütziger Träger motiviert werden, ebenfalls neue pädagogische Ansätze zu realisieren. Wir wollen die beste individuelle Förderung eines jeden Talents erreichen und dabei Eltern, den Stadtteil und an Schule interessierte Bürgerinnen und Bürger eng mit einbeziehen und Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler herstellen", so Günter Woltering.
In einer Podiumsdiskussion mit allen hessischen Landtagsfraktionen werden die Bürgerschulen des PARITÄTISCHEN jetzt zur politischen Diskussion gestellt.
Moderiert von der Bildungsjournalistin Lisa Uphoff debattieren die Landtagsabgeordneten:
Als Experten stehen bereit:
Leider kurzfristig abgesagt hat Kultus-Staatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann.
PARITÄTISCHE Vision, Mission und Werte - Der Film
Mitte 2007 hat sich der Vorstand des PARITÄTISCHEN Hessen die Entwicklung eines innerverbandliches Zielsystems initiiert. Ergebnis ist die Definition von einer Vision, einer Mission und den wichtigsten Werten, die das Handeln des PARITÄTISCHEN leiten und künftig bestimmen sollen.
Auf dem Verbandstag wird der Film "Der PARITÄTISCHE Hessen: Wir leben Visionen!" uraufgeführt. In dem Film wird an Hand von Beispielen aus der Verbandsarbeit sowie aus den Mitgliedsorganisationen dargestellt, wie die Werte des PARITÄTISCHEN in der sozialen Arbeit umgesetzt werden.