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Alle Abschiebungen nach Afghanistan stoppen

Der PARITÄTISCHE und die Liga der Freien Wohlfahrtspflege appellieren an Bund und Länder

Am 23. Januar 2017 sind erneut Schutzsuchende aus Afghanistan nach Kabul abgeschoben worden. Wie schon bei der ersten Sammelabschiebung am 14. Dezember 2016 gab es großen Protest gegen diese Zwangsmaßnahme.

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege forderte die Hesssiche Landesregierung auf, umgehend einen vorerst dreimonatigen Abschiebestopp für Geflüchtete aus Afghanistan zu verhängen. „Afghanistan ist nicht sicher, und es gibt dort auch keine sicheren Regionen. Wenn Deutschland weiterhin Schutzsuchende in das von Bürgerkrieg und Terror gebeutelte Land abschiebt und Hessen sich daran beteiligt, ist das unverantwortlich“, betonte der der Vorstandsvorsitzende Thomas Domnick in einer Pressemitteilung der Liga.

Der Paritätische Gesamtverband hatte schon Stunden vor der zweiten Sammelabschiebung in einer Pressemitteilung an Bund und Länder appelliert, in der gegenwärtigen Situation von Abschiebungen nach Afghanistan abzusehen.

Dies hatte der PARITÄTISCHE Hessen schon nach der ersten Sammelabschiebung eine Offenen Brief an die hessische Landesregierung und an die Fraktionen im Landtag geschrieben.

"Afghanistan ist kein sicheres Land. Hessen sollte sich nicht an weiteren Sammelabschiebungen in das Bürgerkriegsland beteiligen und darüber hinaus dorthin auch keine Einzelabschiebungen durchführen“, so Günter Woltering, Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbands Hessen. „Menschen nach Afghanistan zurückzuschicken ist unverantwortlich“, betont der Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Hessen. „Die hessische Landesregierung sollte sich dieser unmenschlichen Praxis verweigern und Geflüchteten aus Afghanistan eine sichere Bleibeperspektive bieten.“

Pressemitteilung des PARITÄTISCHEN Hessen vom 6. Januar 2017 (PDF)