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Bei uns ist der Rand die Mitte

Vor 70 Jahren wurde der PARITÄTISCHE Hessen gegründet

Von der großen Werkstatt für Menschen mit Behinderung bis zum kleinen von Eltern selbstverwalteten Kinderhaus. Von der psychotherapeutischen Beratung von Flüchtlingen bis zur Unterstützung von obdachlosen Menschen - die Mitgliedsorganisationen des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes Hessen und ihre Angebote sind so facettenreich wie die Gesellschaft und so vielfältig wie die Menschen, die in Hessen leben. Im PARITÄTISCHEN Hessen sind Krankenhäuser mit mehr als 1000 Beschäftigten ebenso Mitglied wie zahlreiche Selbsthilfegruppen

Gegründet wurde der PARITÄTISCHE Hessen vor genau 70 Jahren, am 13. Januar 1947, in Frankfurt von 36 sozialen Einrichtungen. Der PARITÄTISCHE Gesamtverband wurde bereits 1919 ebenfalls in Frankfurt gegründet, 1934 jedoch von den Nationalsozialisten verboten.

„Gefahren der Tuberkulose-Erkrankungen, die Gefahr der Jugend-Verwahrlosung und die Gefahr der Altersverelendung“ sind im ersten Geschäftsbericht als zentrale Probleme benannt, denen sich der Verband in der Nachkriegszeit stellte. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wuchs der PARITÄTISCHE Hessen stetig. Ob Frauenbewegung, die zahlreichen Aussiedler aus dem Osten oder die AIDS-Problematik – der Verband nahm sich stets der drängenden gesellschaftspolitischen Fragen an.

Inzwischen ist der PARITÄTISCHE Hessen der zweitgrößte Dach- und Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen. Seine rund 800 Mitgliedsorganisationen betreiben fast 3600 soziale Einrichtungen, in denen mehr als 55.000 hauptamtliche und 35.000 ehrenamtliche Mitarbeiter_innen in allen Bereichen Sozialer Arbeit beschäftigt sind. „Wir arbeiten überparteilich und überkonfessionell. Das unterscheidet uns von anderen Wohlfahrtsverbänden“, betont Günter Woltering, der seit 1983 Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Hessen ist. „Wir bieten von jeher auch kontroversen Ideen eine Basis, einen Platz, den sie in den anderen Wohlfahrtsverbänden nicht hätten finden können.“

Lebensqualität, Chancengleichheit und Teilhabe für alle Menschen in einer solidarischen Gesellschaft zu verwirklichen, ist die Vision des PARITÄTISCHEN Hessen, der den Werten Offenheit, Vielfalt und Toleranz verpflichtet ist. Im Schulterschluss mit seinen Mitgliedsorganisationen vertritt er insbesondere die Belange der sozial Benachteiligten und der von Ungleichheit und Ausgrenzung betroffenen oder bedrohten Menschen.

Als Anwalt für soziale Gerechtigkeit schafft der PARITÄTISCHE Hessen ein Bewusstsein für soziale Themen in der Öffentlichkeit. Er berät Sozialpolitik auf kommunaler und Landesebene in Gremien, Ausschüssen und bei Anhörungen. Dabei vertritt er die Interessen seiner Mitglieder und verleiht den Betroffenen eine Stimme. Zudem mischt er sich mit Aktionen und Kampagnen in sozialpolitische Diskussionen ein – das Engagement gegen TTIP und CETA sind dafür nur ein aktuelles Beispiel. Denn die umstrittenen Freihandelsabkommen bedrohen auch den gemeinnützigen Sektor massiv.

Aktiv beteiligte sich der PARITÄTISCHE Hessen im vergangenen Jahr auch an den Protesten gegen das Bundesteilhabegesetz (BTHG), das daraufhin deutlich nachgebessert wurde. Um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention voranzubringen und die Barrieren in den Angeboten seiner Mitgliedsorganisationen abzubauen, befasst sich der PARITÄTISCHE Hessen seit mehr als vier Jahren schwerpunktmäßig mit dem Thema Inklusion.

Zahlreiche Mitgliedsorganisationen engagieren sich in der Unterbringung und Betreuung von geflüchteten Menschen, besonders auch für Minderjährige. Dabei unterstützt sie der PARITÄTISCHE Hessen durch fachliche Beratung, durch Fortbildungen zu asylrechtlichen Themen oder zur interkulturellen Öffnung sowie durch Lobbyarbeit.

Für seine Mitglieder ist der PARITÄTISCHE Hessen ein starker und kompetenter Dienstleistungsverband. Er verhandelt unter anderem Rahmenverträge mit Krankenkassen, Pflegekassen oder Sozialhilfeträgern und führt Vergütungsverhandlungen mit Kostenträgern auf Landesebene. Zudem berät er Organisationen, Einrichtungen und Vereine, die bei ihm Mitglied sind, in fachlichen, rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Fragen. Der PARITÄTISCHE Hessen vermittelt auch Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und im Bundesfreiwilligendienst (BFD).

Das Foto zeigt eine Szene aus einer Altenpflegeschule in einer PARITÄTISCHEN Mitgliedsorganisation im Jahre 1965.

Zur Pressemitteilung (PDF)